Bukarest, Rumäniens Hauptstadt an der Dâmbovița, ist aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in zwei bis zweieinhalb Flugstunden erreichbar, und der Aufenthalt kostet spürbar weniger als in den meisten westeuropäischen Hauptstädten. In Buchungsportalen finden Städtereisende die Stadt oft unter ihrem englischen Namen Bucharest. Dieser Beitrag enthält alles für Ihre Städtereise, damit Sie vor Ort nichts mehr suchen müssen: Anreise und Weg vom Flughafen mit Preis und Fahrzeit, die richtige Wohngegend, ein Wochenendprogramm mit Uhrzeiten, was Sie vorab buchen, was wie viel kostet (mit Quelle und Datum) und was das Auswärtige Amt zur Sicherheit schreibt.
Reise nach Bukarest: Flug, Bahn oder Auto
Der Flug ist für die meisten der einzig sinnvolle Weg. Direktflüge zum Flughafen Bukarest-Otopeni (OTP) gibt es aus mehreren deutschen, österreichischen und Schweizer Städten, neben Billigfliegern auch mit der rumänischen Tarom; die Flugzeit liegt bei rund zwei bis zweieinhalb Stunden. Wer günstig buchen will, sollte früh dran sein und nur mit Handgepäck reisen. Pauschale Reiseangebote für einen Bukarest-Urlaub mit Flug und Hotel lohnen sich vor allem für längere Aufenthalte.
Mit der Bahn dauern die Verbindungen über Wien und Budapest deutlich mehr als einen Tag und enden am Bahnhof Gara de Nord. Wer mit dem Auto kommt, braucht eine Rovinieta, die rumänische Vignette, erhältlich online, an Tankstellen und an der Grenze. Das Auswärtige Amt weist auf unterschiedliche Straßenqualität und schlecht ausgeschilderte Gefahrenstellen hin, rät von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit ab und erinnert an das absolute Alkoholverbot am Steuer.
Einreise nach Rumänien: Deutsche Staatsangehörige reisen laut Auswärtigem Amt mit Reisepass oder Personalausweis ein, auch mit vorläufigen Dokumenten. Das Dokument muss bis einschließlich des Ausreisetags gültig sein – mit einem abgelaufenen Dokument ist die Ausreise nicht möglich. Bargeld ab 10.000 Euro ist bei Ein- und Ausreise meldepflichtig. Österreicher und Schweizer prüfen die Hinweise ihrer eigenen Außenministerien.
Vom Flughafen ins Zentrum und unterwegs in der Stadt
Der Flughafen liegt rund 17 Kilometer nördlich des Stadtzentrums. Der Bus 100 fährt vom Ankunftsterminal etwa alle 15 Minuten, kostet 3 Lei (rund 0,60 €) und braucht etwa 40 Minuten ins Zentrum; bezahlt wird kontaktlos mit Bankkarte im Bus. Der Zug ab der Station Aeroport Henri Coandă zur Gara de Nord kostet etwa 5 Lei. Mit großem Gepäck oder nach 22 Uhr: ein Wagen über eine Fahrdienst-App, der Preis steht vorher fest. Taxis am Flughafen ruft man laut Auswärtigem Amt über ein automatisiertes Terminal.
In der Stadt fährt die Metro etwa von 5 bis 23 Uhr; an den Drehkreuzen zahlen Sie kontaktlos mit der Bankkarte. Eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kostet wenige Lei. Nach 23 Uhr bestellen Sie am besten noch im Lokal einen Wagen per App.
Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollten wissen, dass Gehwege in der Altstadt uneben und Bordsteine oft hoch sind; für sie ist ein Hotel an der Calea Victoriei praktischer als eines in den Gassen.
Wo wohnen in der rumänischen Hauptstadt: zentral gelegene Viertel
Im Dreieck aus Altstadt, Calea Victoriei und Piața Unirii erreichen Sie alles Wichtige zu Fuß oder mit zwei Stationen Metro. Die Altstadt (Lipscani) ist praktisch, aber von Donnerstag bis Samstag bis in den Morgen laut; zwei Straßen weiter schläft man ruhig. Rund um die Calea Victoriei ist es ruhiger und eleganter, an der Piața Unirii liegt der Metro-Knoten.
Adressen im Norden (Herăstrău, Pipera) klingen zentral, sind es aber nicht: Jeder Abend wird zur Autofahrt.
Preise in Bukarest: Was kostet eine Städtereise in die Hauptstadt Rumäniens? (Stand Oktober 2026)
Gezahlt wird in Lei (RON), nicht in Euro. Am 1. Oktober 2026 lag der Referenzkurs der Europäischen Zentralbank bei 5,28 Lei für einen Euro. Faustregel: Lei-Betrag durch fünf teilen, der tatsächliche Euro-Betrag ist etwas niedriger. Bietet ein Kartenterminal oder Geldautomat an, in Euro abzurechnen, lehnen Sie ab und wählen Sie Lei. Bargeld tauscht man laut Auswärtigem Amt nur in Banken und Wechselstuben.
Feste, offizielle Preise: Bus 100 für 3 Lei, Zug vom Flughafen für etwa 5 Lei, die Standardführung durch den Parlamentspalast für 85 Lei pro Erwachsenem (rund 16 €). Essen im Restaurant und Bier in einer Bar liegen spürbar unter deutschem Großstadtniveau, besonders außerhalb der Altstadt. Zentral gelegene Hotels kosten oft ähnlich viel wie in einer deutschen Mittelstadt; im Sommer und an Konzertwochenenden steigen die Preise.
Konkrete Restaurant- und Hotelpreise nennen wir bewusst nicht: Es gibt dafür keine amtliche Quelle, und sie ändern sich von Saison zu Saison. Teuer wird es fast immer dort, wo der Preis vorher nicht feststand – Taxis von der Straße, Tische mit Mindestverzehr, Lokale, die ein Fremder vorschlägt. Fragen Sie vorher nach der Karte.
Kurztrip nach Bukarest am Wochenende: Programm mit Uhrzeiten
Freitag: Ankunft am Nachmittag, Check-in, abends ein Spaziergang durch die Altstadt von Bukarest und ein Abendessen. Spätestens heute beim Parlamentspalast anrufen (siehe unten) – sonst klappt es am Sonntag nicht.
Samstag, 10 Uhr: Altstadt am Morgen, wenn die Gassen leer sind – die Ruinen der Curtea Veche, des Hofs der walachischen Fürsten, die Fürstenhofkirche, die als älteste Kirche der Stadt gilt, die Lipscani-Straße und der Hanul lui Manuc, eine alte Karawanserei mit Innenhof. 12:30 Mittagessen. 14 Uhr: zu Fuß die Calea Victoriei nach Norden bis zum Platz der Revolution, wo das Nationale Kunstmuseum im ehemaligen Königspalast steht, und zum Rumänischen Athenäum, einem Konzertsaal im Stil des Neoklassizismus, den viele für das schönste Gebäude der Stadt halten. Wer das Athenäum von innen sehen will, bucht vor der Reise ein Konzert der Philharmonie. Der Samstagabend ist der eigentliche Ausgehabend; das Nachtleben nach Vierteln beschreibt der Ratgeber zur Altstadt.
Sonntag, 9:30 Uhr: der Parlamentspalast. 11:30 Uhr: der Bulevardul Unirii und der Patriarchenhügel mit der Patriarchalkathedrale. Nachmittags mit der Metro nach Norden zum Dorfmuseum am Herăstrău-See, einem Freilichtmuseum mit Bauernhäusern aus ganz Rumänien; vom Norden ist der Flughafen schneller erreicht als vom Zentrum.
Die beste Reisezeit für einen Kurztrip ist von Mai bis September, wenn die Terrassen geöffnet sind; in den Sommermonaten sind Unterkünfte am teuersten. Im Winter ist die Stadt ruhiger und günstiger, die Altstadt bleibt belebt.
| Thema | Was gilt | Quelle |
|---|---|---|
| Währung | Lei (RON); 1 € = 5,28 Lei | EZB-Referenzkurs, 1.10.2026 |
| Flughafen – Zentrum | Bus 100: 3 Lei, ~40 Min; Zug zur Gara de Nord ~5 Lei | geprüft, August 2026 |
| Parlamentspalast | Führung 85 Lei; Reservierung 24 h vorher; Ausweis im Original | cic.cdep.ro, Oktober 2026 |
| Einreise | Personalausweis oder Reisepass, gültig bis zum Ausreisetag | Auswärtiges Amt |
| Reisewarnung | keine; Hinweise zu Kleinkriminalität, Erdbeben, Drohnen | Auswärtiges Amt, Stand 29.7.2026 |
| Taxi | Taxameter Pflicht, Preisaufkleber; Terminal am Flughafen | Auswärtiges Amt |
| Bargeld | Meldepflicht ab 10.000 € | Auswärtiges Amt |
Preise für Essen, Hotels und Ausgehen nennen wir nur als Größenordnung – dafür gibt es keine amtliche Quelle, und sie ändern sich je nach Saison.

Die teuerste Fahrt in Bukarest ist fast immer die, deren Preis man vorher nicht kannte.
Parlamentspalast, früher Palast des Volkes: buchen, Ausweis, was gerade geschlossen ist
Das imposanteste Bauwerk der Stadt, rumänisch Palatul Parlamentului, früher „Palast des Volkes“, ließ der Diktator Nicolae Ceaușescu in den 1980er-Jahren bauen; es gilt nach dem Pentagon als zweitgrößtes Verwaltungsgebäude der Welt und wird oft einfach das zweitgrößte Gebäude der Welt genannt. Besichtigt wird es nur mit Führung, täglich von 9 bis 17 Uhr.
So läuft es (Stand: offizielle Seite cic.cdep.ro, gelesen am 1. Oktober 2026): Für 1 bis 9 Personen telefonisch mindestens 24 Stunden vorher reservieren, ab 10 Personen per E-Mail mindestens drei Tage vorher. Tickets gibt es vor Ort am Eingang in der Str. Izvor, 85 Lei für Erwachsene, 55 Lei für Studierende. 15 Minuten vor Beginn mit Personalausweis oder Reisepass im Original da sein – ein Führerschein reicht nicht. Sicherheitskontrolle, keine Flüssigkeiten, die Gruppe darf man nicht verlassen. Die Touren über die Terrasse und durch das Untergeschoss sind derzeit als nicht verfügbar angegeben.
Sicherheit in Bukarest: was die Hinweise des Auswärtigen Amtes sagen
Für Rumänien gibt das Auswärtige Amt keine Reisewarnung heraus. Die Reise- und Sicherheitshinweise (Stand: 29. Juli 2026, unverändert gültig am 1. Oktober 2026) nennen vor allem Kleinkriminalität: Taschendiebstähle und Trickbetrügereien an touristischen Orten, an Flughäfen, Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Das Amt empfiehlt, Geld, Ausweise und wichtige Dokumente sicher aufzubewahren und elektronische Kopien zu speichern, bargeldlos zu zahlen und nur das für den Tag nötige Bargeld mitzunehmen. Taxis tragen Preisaufkleber und müssen das Taxameter benutzen; kleinere Scheine sind sinnvoll, weil Fahrer oft nicht wechseln können. An Geldautomaten und bei Kartenzahlung gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie zu Hause – Geheimzahl verdecken, Kredit- und Girocard nicht aus der Hand geben.
Zwei Punkte, die viele nicht erwarten: Rumänien liegt in einer seismisch aktiven Zone. Und wegen Drohnen, die in den rumänischen Luftraum eingedrungen sind, kann es zu Flughafensperrungen und Verspätungen kommen. Warnungen kommen per Cell Broadcast (RO-Alert) auf Rumänisch und Englisch aufs Handy; folgen Sie den Anweisungen. Notruf: 112.
Gesundheit: Krankenversicherung und Apotheke
Gesetzlich Versicherte haben mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf Behandlung bei Ärzten und Krankenhäusern, die vom rumänischen gesetzlichen Versicherungsträger zugelassen sind. Das Auswärtige Amt empfiehlt zusätzlich eine Reisekrankenversicherung.
Wer regelmäßig Medikamente nimmt, bringt sie mit: Antibiotika werden in rumänischen Apotheken an Ausländer ohne rumänische Personenkennziffer nur gegen ein Rezept nach besonderem Muster abgegeben. Für Begegnungen unterwegs empfiehlt das Amt Kondome.
Länger als ein Wochenende: Ausflug in die Umgebung
Unternehmen Sie einen Ausflug nach Siebenbürgen (Transsilvanien): Brașov und Schloss Bran am Fuß der Karpaten liegen rund drei Autostunden entfernt. Bran wird mit Graf Dracula verbunden; Vlad III., der Pfähler, gilt als Vorbild, auch wenn der Roman mit der historischen Figur wenig zu tun hat. Übrigens: Eine Urkunde, die Vlad III. 1459 auf der Burg Bukarest ausstellte, ist die erste schriftliche Erwähnung der Stadt.
Für einen Kurztrip ist das zu viel; mit einer Übernachtung in Brașov lohnt es sich. Wer mehr Zeit in Bukarest selbst hat, besucht das Bauernmuseum an der Kiseleff-Chaussee oder macht eine Führung zur Architektur Bukarests zwischen Belle Époque und Plattenbau.
Allein in Bukarest unterwegs: praktische Regeln
Wer allein reist, macht die meisten Fehler am ersten Abend und auf dem Rückweg ins Hotel. Autos per App bestellen, so ist der Preis vorher bekannt und die Fahrt dokumentiert. Nicht alle Karten und das ganze Bargeld mitnehmen; der Pass bleibt im Safe, eine Kopie auf dem Handy.
Lokale selbst auswählen und vor dem Bestellen nach der Karte fragen; Einladungen Fremder in eine Bar „gleich um die Ecke“ ablehnen. Wer Gesellschaft für den Abend sucht oder Menschen kennenlernen möchte, findet in den Beiträgen zu rumänischen Frauen und zum Kennenlernen die Hintergründe. Profile mit Hotelbesuch und geprüften Fotos (das Prüfdatum steht jeweils dabei) finden Sie direkt auf dieser Seite.
